Bewirtschaftung des Unterwuchses in Streuobstwiesen: Unterschied zwischen den Versionen

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== Einleitung ==
== Einleitung ==
Streuobstbestände sind ein wichtiges Element der Kulturlandschaft. Als großkronige Obstbäume auf Streuobstwiesen und in Gärten, auf Äckern und in Weingärten, am Straßenrand und im Siedlungsbereich, prägen sie bis heute das Landschafts- und Ortsbild (vergl. [https://arge.level-r.at/assets/Streuobst-Definition-%C3%96sterreich_2017_Website.pdf „Streuobstdefinition für Österreich“], ARGE Streuobst, 2017).
Streuobstbestände sind ein wichtiges Element der traditionellen Kulturlandschaft. Als großkronige Obstbäume auf Streuobstwiesen und in Gärten, auf Äckern und in Weingärten, am Straßenrand und im Siedlungsbereich, prägen sie bis heute das Landschafts- und Ortsbild (vergl. [https://arge.level-r.at/assets/Streuobst-Definition-%C3%96sterreich_2017_Website.pdf „Streuobstdefinition für Österreich“], ARGE Streuobst, 2017).


Streuobstwiesen wurden traditionell meist landwirtschaftlich genutzt, also als Mähwiesen oder Weiden oder in einer Kombination von Mahd und Beweidung bewirtschaftet und so der Grünlandaufwuchs verwertet.
Streuobstwiesen wurden traditionell meist landwirtschaftlich genutzt, also als Mähwiesen oder Weiden oder in einer Kombination von Mahd und Beweidung bewirtschaftet und so der Grünlandaufwuchs verwertet. Auf den Mähwiesen wurde in der Regel Wirtschaftsdünger aufgebracht (Jauche, Stallmist) der auch die Nährstoffversorgung der Obstbäume sicherte. Die traditionelle Landbewirtschaftung war kleinteilig so, dass auf engem Raum Flächen vorhanden waren die zu verschiedenen Zeitpunkten und unterschiedlich intensiv genutzt wurden - also eine vielfältiges Lebensraummosaik.
„Die Standortamplitude vieler Obstbäume entspricht etwa denjenigen der Arrhenatheretalia, also von Frischwiesen und ‐weiden. Im mageren und etwas trockeneren Bereich kommen auch Kalkmagerrasen, vereinzelt sogar Borstgrasrasen in Betracht. In vegetationskundlichen Untersuchungen werden vor allem Glatthaferwiesen und Weidelgras ‐ Weißkleeweiden als Vegetationstypen mit mancherlei Untereinheiten genannt. Untersuchungen zeigen zudem, dass Obstwiesen und –weiden durch eine Vielzahl von Kleinstrukturen besonders diverse Biotope darstellen.“ (Dierschke und Briemle, 2002: S.129). Detaillierte Beschreibungen der Wiesenvegetation von österreichischen Streuobstwiesen finden sich z.B. bei Leitner et al. (2011) und bei Weiss (2019).
[[Datei:Glatthaferwiese Weiss kompr.jpg|thumb|upright=1.5|right|Glatthafer-Streuobstwiese im Mürztal, Steiermark. c. Stefan Weiss]]


Mit den strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft veränderte sich auch die Landnutzung. Die Grünlandintensivierung oder die Aufgabe der Viehhaltung verbunden mit Umwandlung von Grünland in Ackerland, sind Entwicklungen die u.a. auch maßgeblich zum Rückgang von Streuobstwiesen beigetragen haben und immer noch beitragen. Aus Sicht des Naturschutzes wäre die ideale Pflege einer Streuobstwiese die extensive Mahd oder extensive Beweidung. Mangels Verwertungsmöglichkeit für den Grünschnitt oder um die Bewirtschaftung der mit Obstbäumen bestandenen Flächen zu vereinfachen, ist mittlerweile auch die Bewirtschaftung durch Mulchen häufig anzutreffen (wobei das Mulchen der Baumscheibe vom Mulchen der Gesamtfläche zu unterscheiden ist).  
„Die Standortamplitude vieler Obstbäume entspricht etwa denjenigen der Arrhenatheretalia, also von Frischwiesen und ‐weiden. Im mageren und etwas trockeneren Bereich kommen auch Kalkmagerrasen, vereinzelt sogar Borstgrasrasen in Betracht. In vegetationskundlichen Untersuchungen werden vor allem Glatthaferwiesen und Weidelgras ‐ Weißkleeweiden als Vegetationstypen mit mancherlei Untereinheiten genannt. Untersuchungen zeigen zudem, dass Obstwiesen und –weiden durch eine Vielzahl von Kleinstrukturen besonders diverse Biotope darstellen.“ (Dierschke und Briemle, 2002: S.129).  


Aber auch eine Unterwuchspflege mit Rasenmäher oder sogar mit Mähroboter ist zu finden, mit entsprechend negativen Folgen für die Wiesen als Ökosystem. Dem steht als anderes negatives extrem die Verbrachung und Verbuschung von Streuobstwiesen in Folge der Aufgabe der Unterwuchspflege gegenüber.
Detaillierte Beschreibungen der Wiesenvegetation von österreichischen Streuobstwiesen finden sich z.B. bei Leitner et al. (2011) und bei Weiss (2019). Zu beachten ist, dass auch der Obstbaumbestand die Wiesenvegetation beeinflusst. Sehr dicht gepflanzte Baumbestände führen zu einer stärkeren Beschattung des Unterwuchses, dies kann zu artenärmeren Wiesen und einer reduzierten Insektenvielfalt führen.
 
Mit den strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft veränderte sich auch die Landnutzung. Die Grünlandintensivierung oder die Aufgabe der Viehhaltung verbunden mit Umwandlung von Grünland in Ackerland, sind Entwicklungen die u.a. auch maßgeblich zum Rückgang von Streuobstwiesen beigetragen haben und immer noch beitragen. Aus Sicht des Naturschutzes wäre die ideale Pflege einer Streuobstwiese die extensive Mahd oder extensive Beweidung. Mangels Verwertungsmöglichkeit für den Grünschnitt oder um die Bewirtschaftung der mit Obstbäumen bestandenen Flächen zu vereinfachen, ist mittlerweile auch die Bewirtschaftung durch Mulchen häufig anzutreffen (wobei das Mulchen der Baumscheibe vom Mulchen der Gesamtfläche zu unterscheiden ist). Aber auch eine Unterwuchspflege mit Rasenmäher oder sogar mit Mähroboter ist zu finden, mit entsprechend negativen Folgen für die Wiesen als Ökosystem. Dem steht als anderes ebenso negatives Extrem, die Verbrachung und Verbuschung von Streuobstwiesen in Folge der Aufgabe der Unterwuchspflege gegenüber (Holler & Schlögl, 2024, Holler & Hausmann, 2025).


== Rolle des Unterwuchs ==
== Rolle des Unterwuchs ==
[[Datei: Streuobstwiese Mahd Motormäher Holler.JPG|thumb|Mahd einer Streuobstwiese mit dem Motormäher, Südburgenland. © Christian Holler]]
Der Unterwuchs in Streuobstwiesen spielt eine zentrale Rolle für das ökologische Gleichgewicht und die langfristige Erhaltung dieser Kulturlandschaftselemente. Die Art der Bewirtschaftung beeinflusst maßgeblich die Nährstoffversorgung des Bodens und damit der Obstbäume, die Wasserverfügbarkeit sowie die Biodiversität. Dabei stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die jeweils spezifische Vor- und Nachteile aufweisen. Zudem kann die Wahl der Bewirtschaftungsmethode langfristige Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit und das Baumwachstum haben. Ein ausgewogenes, an Boden, Klima und Vegetation angepasstes Management trägt dazu bei, den Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger zu erhalten und zu verbessern und sichert gleichzeitig die Vitalität der Obstbäume.
Der Unterwuchs in Streuobstwiesen spielt eine zentrale Rolle für das ökologische Gleichgewicht und die langfristige Erhaltung dieser Kulturlandschaftselemente. Die Art der Bewirtschaftung beeinflusst maßgeblich die Nährstoffversorgung des Bodens und damit der Obstbäume, die Wasserverfügbarkeit sowie die Biodiversität. Dabei stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die jeweils spezifische Vor- und Nachteile aufweisen. Zudem kann die Wahl der Bewirtschaftungsmethode langfristige Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit und das Baumwachstum haben. Ein ausgewogenes, an Boden, Klima und Vegetation angepasstes Management trägt dazu bei, den Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger zu erhalten und zu verbessern und sichert gleichzeitig die Vitalität der Obstbäume.
Untersuchungen auf Streuobstwiesen in ganz Österreich zeigen, dass sich die Artenzusammensetzung der Insektenfauna auf gemähten und beweideten Flächen unterscheidet (DivMoSt, 2025). Für die Biodiversität ist es daher förderlich, wenn gemähte und beweidete Streuobstwiesen, also ein Mosaik an verschiedenen Lebensräumen, in einer Region erhalten werden. Ebenso ist eine möglichst kleinräumiger Wechsel von Flächen in unterschiedlichem Pfelgezustand anzustreben. Röbbelen (o.J.) veranschaulicht den potentiellen Konflikt zwischen Insektenschutz und Vegetationspflege und zeigt praktische Lösungenvorschläge auf, wie ein guter Kompromiss erzielt werden kann; diese Überlegungen fließen in die folgenden Ausführungen mit ein.


== Mähen und Abführen ==
== Mähen und Abführen ==
[[Datei:Heuernte c.Michael Schlitt.jpg|thumb|Heuernte. © Michael Schlitt.jpg]]
Diese Methode umfasst das regelmäßige Schneiden des Unterwuchses und das Entfernen des Schnittguts von der Fläche. Besonders für artenreiche Wiesen hat sich das einmalige oder zweimalige Mähen pro Jahr als vorteilhaft erwiesen, da es konkurrenzschwache Pflanzenarten fördert und die natürliche Dynamik der Wiese erhält.
Diese Methode umfasst das regelmäßige Schneiden des Unterwuchses und das Entfernen des Schnittguts von der Fläche. Besonders für artenreiche Wiesen hat sich das einmalige oder zweimalige Mähen pro Jahr als vorteilhaft erwiesen, da es konkurrenzschwache Pflanzenarten fördert und die natürliche Dynamik der Wiese erhält.
[[Datei:Heuernte c.Michael Schlitt.jpg|thumb|upright=1.5
|right|Heuernte c.Michael Schlitt.jpg]]


Die Häufigkeit der Mahd beeinflusst dabei maßgeblich die Zusammensetzung der Vegetation. Eine späte Mahd fördert beispielsweise blühende Kräuter, während eine frühe und häufige Mahd zu einer Dominanz von Gräsern führen kann.  
Die Häufigkeit der Mahd beeinflusst dabei maßgeblich die Zusammensetzung der Vegetation. Eine späte Mahd fördert beispielsweise blühende Kräuter, während eine frühe und häufige Mahd zu einer Dominanz von Gräsern führen kann.  
Die Häufigkeit der Mahd ist aber auch auf den Standort abzustimmen. Gut mit Wasser und Nährstoffen versorgte Wiesen müssen häufiger gemäht werden, hier können bis zu drei Schnitten auch ökologisch sinnvoll bzw. vertretbar sein. Auf mageren oder/und trockenen Standorten kann eine einmalige Mahd ausreichen.
Die Häufigkeit der Mahd ist aber auch auf den Standort abzustimmen. Gut mit Wasser und Nährstoffen versorgte Wiesen müssen häufiger gemäht werden, hier können bis zu drei Schnitten auch vegetationsökologisch sinnvoll bzw. vertretbar sein. Auf mageren oder/und trockenen Standorten kann eine einmalige Mahd ausreichen.
 
Zudem ist die Wahl des Mähgeräts entscheidend: Balkenmäher sind insektenfreundlicher als rotierende Mähwerke, da sie Tiere weniger stark verletzen und daher zu empfehlen. Außerdem sollte die Schnitthöhe mindestens 10 cm betragen, um Unterschlupf und Überwinterungsräume für Insekten zu erhalten. Diese Schnitthöhe schont zudem die Pflanzen, deren bodennahe Speicherorgane, verhindert die Austrocknung und begünstigt den Wiederaustrieb.
 
[[Datei:Sensenmähen Holler.JPG|thumb|Mahd mit der Sense. © Christian Holler]]
Die Mahd mit der Sense hat auch heute noch, zumindest auf kleineren Flächen, ihre Berechtigung. Mit einer guten, an die persönlichen Bedürfnisse und die Mähflächen angepassten Ausrüstung und einer entsprechenden Einschulung, kann Sensen zum erholsamen und sinnvollen Ausgleichssport in der Natur werden. Bei zu geringer Schnitthöhe, ist das Sensen den Balkenmähern unterlegen. Jedoch kann die Schnitthöhe beim Sensen einfach angepasst werden. Zudem können ohnehin immer nur kleinere Bereiche einer Wiese mit der Sense gemäht werden, so dass sich Schäden selbst im ungünstigen Fall in Grenzen halten. Etwaige Nachteile werden durch das langsame und differenzierte Vorgehen bei der Mahd und die bessere Einsetzbarkeit auf feuchten Böden mit Sicherheit aufgewogen (Röbbelen. o.J.). Ähnliches gilt für den Einsatz der Motorsense. Dem Vorteil der höheren Leistungsfähigkeit steht hierbei der Nachteil des Energieeinsatzes, der Lärmentwicklung und bei Benzingeräten der Abgase gegenüber.
 


Zudem ist die Wahl des Mähgeräts entscheidend: Balkenmäher sind insektenfreundlicher als rotierende Mähwerke, da sie Tiere weniger stark verletzen und daher zu empfehlen. Außerdem sollte die Schnitthöhe mindestens 10 cm betragen, um Überwinterungsräume für Insekten zu erhalten. Das Abführen des Mähguts reduziert die Nährstoffanreicherung des Bodens und verhindert, dass sich schnell wachsende, konkurrenzstarke Pflanzenarten durchsetzen.
Das Abführen des Mähguts reduziert die Nährstoffanreicherung des Bodens und verhindert, dass sich schnell wachsende, konkurrenzstarke Pflanzenarten durchsetzen.
Blütenreiche Bestände sollten möglichst bei bedecktem Himmel und kühlen Temperaturen gemäht werden, da dann weniger Blütenbesucher unterwegs sind.
Blütenreiche Bestände sollten möglichst bei bedecktem Himmel und kühlen Temperaturen gemäht werden, da dann weniger Blütenbesucher unterwegs sind.
Die Mahd sollte von innen nach außen erfolgen. Dies ermöglicht mobilen Wildtieren während der Mahd die Flucht (z. B. Insekten, Rehen, Feldhasen).
Die Mahd sollte von innen nach außen erfolgen. Dies ermöglicht mobilen Wildtieren während der Mahd die Flucht (z. B. Insekten, Rehen, Feldhasen).
Die Mosaikmahd (Staffel-Mahd), bei der immer kleine Flächen ungemäht bleiben, ist zu empfehlen. Teilbereiche, die bei der Mahd ausgelassen und erst einige Tage bis wenige Wochen später oder erst bei der nächsten Mahd gemäht werden ("Schmetterlingsstreifen"), dienen dem Erhalt von Rückzugsflächen und erhöhen der Überlebenschancen der Tiere. Dadurch ist eine schnelle Rückbesiedelung der Tierarten auf der gesamten Fläche möglich.  
Die Mosaikmahd (Staffel-Mahd), bei der immer kleine Flächen ungemäht bleiben, ist zu empfehlen. Teilbereiche, die bei der Mahd ausgelassen und erst einige Tage bis wenige Wochen später oder erst bei der nächsten Mahd oder überjährig gemäht werden ("Schmetterlingsstreifen"), dienen dem Erhalt von Rückzugsflächen und erhöhen der Überlebenschancen der Tiere. Dadurch ist eine schnelle Rückbesiedelung der Tierarten auf der gesamten Fläche möglich.
 
Das Konzept der „Abgestuften Grünlandbewirtschaftung" (https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/2021-abgestufter-wiesenbau.pdf) bietet Landwirt:innen die Möglichkeit, die ertragsbetonte Grünlandnutzung mit der Schaffung und Erhaltung der Artenvielfalt in Einklang zu bringen. Die Grünlandflächen eines Betriebes werden dabei in ertragsbetonte Flächen und in solche mit geringerer Bewirtschaftungsintensität differenziert. Auf dem ertragsbetonten Grünland wird möglichst hochwertiges und leistungsgerechtes Grundfutter gewonnen. Dieses Grünland hat ein hohes Potential für die Produktion von Eiweiß und kann damit dem Import von Eiweiß aus Übersee entgegenwirken. Das nutzungsreduzierte Grünland des Betriebes wird extensiv bewirtschaftet, hier kann sich eine standortgemäße Artenvielfalt entwickeln (Abfalter et al., 2021). Auch bei Anwendung dieses Konzeptes ist darauf zu achten, dass kleinflächige Lebensraummosaike erhalten bleiben, d.h. nicht großflächig alle Flächen gleichzeitig gemäht werden.
 


Vorteile:
'''Vorteile der Mahd:'''
* Fördert artenreiche Wiesen und konkurrenzschwache Pflanzenarten;
* Fördert artenreiche Wiesen und konkurrenzschwache Pflanzenarten;
* Verhindert übermäßige Nährstoffanreicherung im Boden;
* Verhindert übermäßige Nährstoffanreicherung im Boden;
* Reduziert die Verbuschung und erhält die Offenlandschaft.
* Reduziert die Verbuschung und erhält die Offenlandschaft.
Nachteile:
 
'''Nachteile der Mahd:'''
* Hoher Arbeitsaufwand, insbesondere bei häufiger Mahd;
* Hoher Arbeitsaufwand, insbesondere bei häufiger Mahd;
* Damit verbunden zum Teil hohe Kosten für die Mahd und die Entsorgung des Schnittguts
* Damit verbunden zum Teil hohe Kosten für die Mahd und die Entsorgung des Schnittguts
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Das Mulchen der Baumscheibe dient vorrangig dem Schutz der Baumwurzelzone, der Wasserspeicherung und der Nährstoffversorgung einzelner Bäume. Zusätzlich kann es helfen, mechanische Schäden durch Mähgeräte oder Weidetiere zu verhindern und die Konkurrenz durch Gräser um Wasser und Nährstoffe zu reduzieren. Auch sorgt eine regelmäßig gemulchte (gemähte) Baumscheibe dafür, dass Wühlmäuse weniger Versteckmöglichkeiten haben und von ihren „Feinden“ leichter erlegt werden können.
Das Mulchen der Baumscheibe dient vorrangig dem Schutz der Baumwurzelzone, der Wasserspeicherung und der Nährstoffversorgung einzelner Bäume. Zusätzlich kann es helfen, mechanische Schäden durch Mähgeräte oder Weidetiere zu verhindern und die Konkurrenz durch Gräser um Wasser und Nährstoffe zu reduzieren. Auch sorgt eine regelmäßig gemulchte (gemähte) Baumscheibe dafür, dass Wühlmäuse weniger Versteckmöglichkeiten haben und von ihren „Feinden“ leichter erlegt werden können.
[[Datei: Streuobstwiese verbracht Holler kompr.jpg|thumb|upright=1.5|right|Stark verbrachte Streuobstwiese, die ohne Unterwuchspflege dem Untergang geweiht ist – Mulchen der Fläche kann hier eine (Not-)Lösung sein. © Christian Holler]]


Mulchen bezeichnet das Abdecken des Bodens mit organischem Material wie Gras, Stroh oder Holzhackschnitzeln. Ziel ist es, die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten, die Humusbildung zu fördern und Konkurrenzvegetation zu unterdrücken. Eine gut aufgebaute Mulchschicht reduziert zudem die Erosion und trägt langfristig zur Stabilisierung des Ökosystems bei.
Mulchen bezeichnet das Abdecken des Bodens mit organischem Material wie Gras, Stroh oder Holzhackschnitzeln. Ziel ist es, die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten, die Humusbildung zu fördern und Konkurrenzvegetation zu unterdrücken. Eine gut aufgebaute Mulchschicht reduziert zudem die Erosion und trägt langfristig zur Stabilisierung des Ökosystems bei.
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Am Ende der Vegetationsperiode empfiehlt es sich, den Grasschnitt auf der Streuobstwiese zu verteilen, damit er Wühlmäusen keine Versteckmöglichkeit bietet.
Am Ende der Vegetationsperiode empfiehlt es sich, den Grasschnitt auf der Streuobstwiese zu verteilen, damit er Wühlmäusen keine Versteckmöglichkeit bietet.


Vorteile des Mulchens:
'''Vorteile des Mulchens:'''
* Erhöhte Bodenfeuchte durch reduzierte Verdunstung;
* Erhöhte Bodenfeuchte durch reduzierte Verdunstung;
* Förderung des Bodenlebens, insbesondere von Regenwürmern und Mikroorganismen;
* Förderung des Bodenlebens, insbesondere von Regenwürmern und Mikroorganismen;
* Bereitstellung von Nährstoffen für die Obstbäume;
* Bereitstellung von Nährstoffen für die Obstbäume;
* Schutz vor Bodenerosion und Temperaturregulierung des Bodens.
* Schutz vor Bodenerosion und Temperaturregulierung des Bodens.
Nachteile des Mulchens:
 
'''Nachteile des Mulchens:'''
* Gefahr von Bodenverdichtung bei zu häufiger Anwendung;
* Gefahr von Bodenverdichtung bei zu häufiger Anwendung;
* Mögliche Förderung von Schneckenpopulationen;
* Mögliche Förderung von Schneckenpopulationen;
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Bei der Beweidung nutzen Weidetiere wie Schafe, Ziegen oder Rinder den Unterwuchs als Futterquelle. Eine extensive Beweidung ist in der Regel vorteilhaft für den Erhalt der Wiesenvegetation, während eine zu hohe Besatzdichte zu Bodenverdichtung und Vegetationsschäden führen kann.  Bei Beweidung ist ein Schutz für die Obstbäume notwendig. In Abhängigkeit von der Tierart muss dieser Schutz unterschieldich massiv sein. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass Jungbäume gut vor dem Weidevieh geschützt werden.
Bei der Beweidung nutzen Weidetiere wie Schafe, Ziegen oder Rinder den Unterwuchs als Futterquelle. Eine extensive Beweidung ist in der Regel vorteilhaft für den Erhalt der Wiesenvegetation, während eine zu hohe Besatzdichte zu Bodenverdichtung und Vegetationsschäden führen kann.  Bei Beweidung ist ein Schutz für die Obstbäume notwendig. In Abhängigkeit von der Tierart muss dieser Schutz unterschieldich massiv sein. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass Jungbäume gut vor dem Weidevieh geschützt werden.
[[Datei:Weidegänse Streuobstwiese Holler.JPG|thumb|upright=1.5
[[Datei:Weidegänse Streuobstwiese Holler.JPG|thumb|upright=1.5
|right|Weidegänse c.Christian Holler]]
|right|Weidegänse © Christian Holler]]
Die Auswirkungen der Beweidung hängen stark von der gewählten Tierart und der Besatzdichte ab. Schafe eignen sich besonders für eine gleichmäßige Beweidung und hinterlassen nur geringe Trittschäden. Ziegen hingegen fressen bevorzugt Gehölze und können dadurch junge Bäume schädigen. Rinder fördern durch ihre schweren Tritte die Bodenverdichtung, tragen jedoch durch ihre Hinterlassenschaften zur natürlichen Düngung bei. Eine extensive Beweidung mit einer Mischung aus verschiedenen Weidetieren wäre ideal, um eine artenreiche Vegetation zu erhalten.
Die Auswirkungen der Beweidung hängen stark von der gewählten Tierart und der Besatzdichte ab. Schafe eignen sich besonders für eine gleichmäßige Beweidung und hinterlassen nur geringe Trittschäden. Ziegen hingegen fressen bevorzugt Gehölze und können dadurch junge Bäume schädigen. Rinder fördern durch ihre schweren Tritte die Bodenverdichtung, tragen jedoch durch ihre Hinterlassenschaften zur natürlichen Düngung bei. Eine extensive Beweidung mit einer Mischung aus verschiedenen Weidetieren wäre ideal, um eine artenreiche Vegetation zu erhalten.


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Bei Beweidung ist genauso wie bei der Mahd, die Abstimmung auf die jeweiligen Klima-, Vegetations- und Bodenverhältnisse notwendig.
Bei Beweidung ist genauso wie bei der Mahd, die Abstimmung auf die jeweiligen Klima-, Vegetations- und Bodenverhältnisse notwendig.


Vorteile der Beweidung:
'''Vorteile der Beweidung:'''
* Natürliche Düngung durch Exkremente der Tiere;
* Natürliche Düngung durch Exkremente der Tiere;
* Förderung der Bodenbiologie durch organischen Eintrag;
* Förderung der Bodenbiologie durch organischen Eintrag;
* Erhaltung der Wiesenvegetation durch selektiven Verbiss.
* Erhaltung der Wiesenvegetation durch selektiven Verbiss.
Nachteile der Beweidung:
 
'''Nachteile der Beweidung:'''
* Gefahr von Trittschäden und Bodenverdichtung bei zu hoher Besatzdichte und Beweidung bei ungünstiger Witterung;
* Gefahr von Trittschäden und Bodenverdichtung bei zu hoher Besatzdichte und Beweidung bei ungünstiger Witterung;
* Mögliche Schädigung der Bäume durch Verbiss;
* Mögliche Schädigung der Bäume durch Verbiss;
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| Beweidung || Hoch || Hoch || Mittel || Hoch
| Beweidung || Hoch || Hoch || Mittel || Hoch
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Mulchen erhält die Bodenfeuchte, während Mahd und Abfuhr die Nährstoffverfügbarkeit beeinflussen. Beweidung kombiniert Pflege und Düngung, birgt jedoch Risiken für Bodenschäden und Bäume.


== Klima- und Umweltrelevanz ==
== Klima- und Umweltrelevanz ==
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== Forschungsbedarf ==
== Forschungsbedarf ==
Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die langfristigen Effekte der Bewirtschaftungsmethoden besser zu verstehen. Studien zeigen beispielsweise, dass Mulchen zwar die Bodenfruchtbarkeit verbessert, jedoch gleichzeitig zu einer Reduktion bestimmter Insektenarten wie Laufkäfern und Heuschrecken führen kann. Ebenso ist der Einfluss der Beweidung stark von der gewählten Tierart abhängig: Während Schafe positive Effekte auf die Vegetationsstruktur haben können, verursachen Ziegen und Pferde erhebliche Schäden an Baumrinden, wenn nicht ein sehr guter Baumschutz angebracht wurde. Rinder können durch Trittschäden die Bodenverdichtung fördern.
Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die langfristigen Effekte der Bewirtschaftungsmethoden besser zu verstehen.  
Auch die Auswirkungen intensiver Mahd sind noch nicht vollständig erforscht. Während eine zu häufige Mahd die Artenvielfalt reduziert, kann eine vollständige Brache ebenso negative Effekte auf Wiesenarten haben. Daher sind Langzeitstudien erforderlich, um die optimale Kombination dieser Methoden für unterschiedliche Standortbedingungen zu bestimmen. Insbesondere fehlen Untersuchungen zur Wechselwirkung zwischen Mulchmaterialien und Bodenmikrobiologie, zur optimalen Kombination von Mahd und Beweidung sowie zur Resilienz der Bodenfruchtbarkeit unter veränderten Klimabedingungen. Zudem ist unzureichend erforscht, inwiefern unterschiedliche Bewirtschaftungsformen die Kohlenstoffspeicherung im Boden beeinflussen.
 
Studien zeigen beispielsweise, dass Mulchen zwar die Bodenfruchtbarkeit verbessert, jedoch gleichzeitig zu einer Reduktion bestimmter Insektenarten wie Laufkäfern und Heuschrecken führen kann.  
 
Ebenso ist der Einfluss der Beweidung stark von der gewählten Tierart abhängig: Während Schafe positive Effekte auf die Vegetationsstruktur haben können, verursachen Ziegen und Pferde erhebliche Schäden an Baumrinden, wenn nicht ein sehr guter Baumschutz angebracht wurde. Rinder können durch Trittschäden die Bodenverdichtung fördern.
 
Auch die Auswirkungen intensiver Mahd sind noch nicht vollständig erforscht. Während eine zu häufige Mahd die Artenvielfalt reduziert, kann eine vollständige Brache ebenso negative Effekte auf Wiesenarten haben. Daher sind Langzeitstudien erforderlich, um die optimale Kombination dieser Methoden für unterschiedliche Standortbedingungen zu bestimmen.  
 
Insbesondere fehlen Untersuchungen zur Wechselwirkung zwischen Mulchmaterialien und Bodenmikrobiologie, zur optimalen Kombination von Mahd und Beweidung sowie zur Resilienz der Bodenfruchtbarkeit unter veränderten Klimabedingungen.  
 
Zudem ist unzureichend erforscht, inwiefern unterschiedliche Bewirtschaftungsformen die Kohlenstoffspeicherung im Boden beeinflussen.


== Einzelnachweis ==
== Einzelnachweis ==
* Dierschke, H. & G. Briemle (2002): Kulturgrasland. Ökosysteme Mitteleuropas aus geobotanischer Sicht. Ulmer Verlag, Stuttgart.
* Abfalter, A., Breuer, M., Frühwirth, P., Rudlstorfer, S., Uhl, H., & Drapela, T. (2021). ''Nachhaltige Grünlandbewirtschaftung durch abgestuften Wiesenbau: Leitfaden für eine abgestufte Grünlandbewirtschaftung am eigenen Betrieb.'' ARGE abgestufter Wiesenbau.
* Gorthner, A. (2023): Insektenfreundliche Grünlandpflege (Vers. 2021/1).
* ARGE Streuobst. (2017). Streuobstdefinition für Österreich. ''Besseres Obst'', 10/11, Fachorgan des Österreichischen Bundes-Obstbauverbandes. Österreichischer Agrarverlag.
* Haug, B. (2023): Bodenwasservorräte erhöhen.
* Dierschke, H., & Briemle, G. (2002). ''Kulturgrasland: Ökosysteme Mitteleuropas aus geobotanischer Sicht.'' Ulmer Verlag.
* DivMoSt. (2025). ''BioDiversitätsMonitoring von Streuobstflächen: Methoden zur bundesweiten Verortung von Streuobstflächen und Erfassung der Biodiversität von Indikatororganismen zur Ergänzung etablierter Biodiversitätsmonitorings in Österreich'' [Endbericht zum Forschungsprojekt, finanziert im Rahmen des Biodiversitätsfonds].
* Gorthner, A. (2021). ''Insektenfreundliche Grünlandpflege'' (Version 2021/1) [PDF]. Metzingen.
* Haug, A.L. (2023). Bodenwasservorräte erhöhen und Trockenphasen überbrücken.''Besseres Obst'', 01, 19-22.
* Holler, C., & Hausmann, K. (2025). ''Erhebung und Bewertung der Streuobstwiesen im Naturpark Rosalia-Kogelberg.'' Studie im Auftrag des Naturparks Rosalia-Kogelberg.
* Holler, Ch. & Schlögl, G (2024). ''Weiterentwicklung Naturjuwel Noplerberg-Biri. Grundlagen für die Biotoppflege im Landschaftsschutzgebiet „Biri – Noplerberg Stoob“ und für im Nahbereich liegende Wiesenflächen.'' Studie im Auftrag der Marktgemeinde Stoob.
* Leitner, M., C. Sacher, E. Sanglhuber, N. Schnetzer & S. Weiss (2011): Lebendiger Noplerberg „Biri“ - Ergebnisse zur Vegetation des Offenlandes und der Landschaftselemente ‐ Vorschläge für eine zukünftige Bewirtschaftung.- Studie i. A. von Marktgemeinde und Obstbauverein Stoob.
* Leitner, M., C. Sacher, E. Sanglhuber, N. Schnetzer & S. Weiss (2011): Lebendiger Noplerberg „Biri“ - Ergebnisse zur Vegetation des Offenlandes und der Landschaftselemente ‐ Vorschläge für eine zukünftige Bewirtschaftung.- Studie i. A. von Marktgemeinde und Obstbauverein Stoob.
* Roos, B. (2023): Nährstoffversorgung im Streuobstbau.- Bayrische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Vortrag 11.07.2023.
* Röbbelen, F. (o.J.). ''Mahd und Tagfalter: eine Übersicht.''Fachgruppe Entomologie NABU Hamburg.
* Schliebner, S. et al. (2023): Streuobstwiesen im Klimawandel – Ein Leitfaden. Oberlausitz-Stiftung.
* Roos, B. (2023). ''Nährstoffversorgung im Streuobstbau'' [Vortrag, 11. Juli 2023, Veitshöchheim]. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.
* Van de Poel, D., & A. Zehm (2014): Die Wirkung des Mähens auf die Fauna der Wiesen – Eine Literaturauswertung für den Naturschutz. Anliegen Natur, 36 (2), 36–51.
* Schliebner, S., Decker, P., & Schlitt, M. (2023). ''Streuobstwiesen im Klimawandel – Ein Leitfaden.'' Oberlausitz‑Stiftung
* Weiss, S. (2019): Vegetationsökologische Kartierung. Streuobstwiesenerhaltung in der Mürztaler Streuobstregion.- Studie i.A.d. ARGE Mürztaler Herzimpulse, Kindberg.  
* Van de Poel, D., & Zehm, A. (2014). Die Wirkung des Mähens auf die Fauna der Wiesen – Eine Literaturauswertung für den Naturschutz.''Anliegen Natur, 36''(2), 36–51.
* Zehnder, M. & F. Weller (2021): Streuobstbau.
* Weiss, S. (2019). ''Vegetationsökologische Kartierung: Streuobstwiesenerhaltung in der Mürztaler Streuobstregion.'' Studie i.A.d. ARGE Mürztaler Herzimpulse, Kindberg.  
* Zehnder, M. & F. Weller (2021). ''Streuobstbau Obstwiesen erleben und erhalten.'' Ulmer Verlag.

Aktuelle Version vom 16. Dezember 2025, 12:55 Uhr

Einleitung

Streuobstbestände sind ein wichtiges Element der traditionellen Kulturlandschaft. Als großkronige Obstbäume auf Streuobstwiesen und in Gärten, auf Äckern und in Weingärten, am Straßenrand und im Siedlungsbereich, prägen sie bis heute das Landschafts- und Ortsbild (vergl. „Streuobstdefinition für Österreich“, ARGE Streuobst, 2017).

Streuobstwiesen wurden traditionell meist landwirtschaftlich genutzt, also als Mähwiesen oder Weiden oder in einer Kombination von Mahd und Beweidung bewirtschaftet und so der Grünlandaufwuchs verwertet. Auf den Mähwiesen wurde in der Regel Wirtschaftsdünger aufgebracht (Jauche, Stallmist) der auch die Nährstoffversorgung der Obstbäume sicherte. Die traditionelle Landbewirtschaftung war kleinteilig so, dass auf engem Raum Flächen vorhanden waren die zu verschiedenen Zeitpunkten und unterschiedlich intensiv genutzt wurden - also eine vielfältiges Lebensraummosaik.

Glatthafer-Streuobstwiese im Mürztal, Steiermark. c. Stefan Weiss

„Die Standortamplitude vieler Obstbäume entspricht etwa denjenigen der Arrhenatheretalia, also von Frischwiesen und ‐weiden. Im mageren und etwas trockeneren Bereich kommen auch Kalkmagerrasen, vereinzelt sogar Borstgrasrasen in Betracht. In vegetationskundlichen Untersuchungen werden vor allem Glatthaferwiesen und Weidelgras ‐ Weißkleeweiden als Vegetationstypen mit mancherlei Untereinheiten genannt. Untersuchungen zeigen zudem, dass Obstwiesen und –weiden durch eine Vielzahl von Kleinstrukturen besonders diverse Biotope darstellen.“ (Dierschke und Briemle, 2002: S.129).

Detaillierte Beschreibungen der Wiesenvegetation von österreichischen Streuobstwiesen finden sich z.B. bei Leitner et al. (2011) und bei Weiss (2019). Zu beachten ist, dass auch der Obstbaumbestand die Wiesenvegetation beeinflusst. Sehr dicht gepflanzte Baumbestände führen zu einer stärkeren Beschattung des Unterwuchses, dies kann zu artenärmeren Wiesen und einer reduzierten Insektenvielfalt führen.

Mit den strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft veränderte sich auch die Landnutzung. Die Grünlandintensivierung oder die Aufgabe der Viehhaltung verbunden mit Umwandlung von Grünland in Ackerland, sind Entwicklungen die u.a. auch maßgeblich zum Rückgang von Streuobstwiesen beigetragen haben und immer noch beitragen. Aus Sicht des Naturschutzes wäre die ideale Pflege einer Streuobstwiese die extensive Mahd oder extensive Beweidung. Mangels Verwertungsmöglichkeit für den Grünschnitt oder um die Bewirtschaftung der mit Obstbäumen bestandenen Flächen zu vereinfachen, ist mittlerweile auch die Bewirtschaftung durch Mulchen häufig anzutreffen (wobei das Mulchen der Baumscheibe vom Mulchen der Gesamtfläche zu unterscheiden ist). Aber auch eine Unterwuchspflege mit Rasenmäher oder sogar mit Mähroboter ist zu finden, mit entsprechend negativen Folgen für die Wiesen als Ökosystem. Dem steht als anderes ebenso negatives Extrem, die Verbrachung und Verbuschung von Streuobstwiesen in Folge der Aufgabe der Unterwuchspflege gegenüber (Holler & Schlögl, 2024, Holler & Hausmann, 2025).

Rolle des Unterwuchs

Mahd einer Streuobstwiese mit dem Motormäher, Südburgenland. © Christian Holler

Der Unterwuchs in Streuobstwiesen spielt eine zentrale Rolle für das ökologische Gleichgewicht und die langfristige Erhaltung dieser Kulturlandschaftselemente. Die Art der Bewirtschaftung beeinflusst maßgeblich die Nährstoffversorgung des Bodens und damit der Obstbäume, die Wasserverfügbarkeit sowie die Biodiversität. Dabei stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die jeweils spezifische Vor- und Nachteile aufweisen. Zudem kann die Wahl der Bewirtschaftungsmethode langfristige Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit und das Baumwachstum haben. Ein ausgewogenes, an Boden, Klima und Vegetation angepasstes Management trägt dazu bei, den Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger zu erhalten und zu verbessern und sichert gleichzeitig die Vitalität der Obstbäume.

Untersuchungen auf Streuobstwiesen in ganz Österreich zeigen, dass sich die Artenzusammensetzung der Insektenfauna auf gemähten und beweideten Flächen unterscheidet (DivMoSt, 2025). Für die Biodiversität ist es daher förderlich, wenn gemähte und beweidete Streuobstwiesen, also ein Mosaik an verschiedenen Lebensräumen, in einer Region erhalten werden. Ebenso ist eine möglichst kleinräumiger Wechsel von Flächen in unterschiedlichem Pfelgezustand anzustreben. Röbbelen (o.J.) veranschaulicht den potentiellen Konflikt zwischen Insektenschutz und Vegetationspflege und zeigt praktische Lösungenvorschläge auf, wie ein guter Kompromiss erzielt werden kann; diese Überlegungen fließen in die folgenden Ausführungen mit ein.

Mähen und Abführen

Heuernte. © Michael Schlitt.jpg

Diese Methode umfasst das regelmäßige Schneiden des Unterwuchses und das Entfernen des Schnittguts von der Fläche. Besonders für artenreiche Wiesen hat sich das einmalige oder zweimalige Mähen pro Jahr als vorteilhaft erwiesen, da es konkurrenzschwache Pflanzenarten fördert und die natürliche Dynamik der Wiese erhält.

Die Häufigkeit der Mahd beeinflusst dabei maßgeblich die Zusammensetzung der Vegetation. Eine späte Mahd fördert beispielsweise blühende Kräuter, während eine frühe und häufige Mahd zu einer Dominanz von Gräsern führen kann. Die Häufigkeit der Mahd ist aber auch auf den Standort abzustimmen. Gut mit Wasser und Nährstoffen versorgte Wiesen müssen häufiger gemäht werden, hier können bis zu drei Schnitten auch vegetationsökologisch sinnvoll bzw. vertretbar sein. Auf mageren oder/und trockenen Standorten kann eine einmalige Mahd ausreichen.

Zudem ist die Wahl des Mähgeräts entscheidend: Balkenmäher sind insektenfreundlicher als rotierende Mähwerke, da sie Tiere weniger stark verletzen und daher zu empfehlen. Außerdem sollte die Schnitthöhe mindestens 10 cm betragen, um Unterschlupf und Überwinterungsräume für Insekten zu erhalten. Diese Schnitthöhe schont zudem die Pflanzen, deren bodennahe Speicherorgane, verhindert die Austrocknung und begünstigt den Wiederaustrieb.

Mahd mit der Sense. © Christian Holler

Die Mahd mit der Sense hat auch heute noch, zumindest auf kleineren Flächen, ihre Berechtigung. Mit einer guten, an die persönlichen Bedürfnisse und die Mähflächen angepassten Ausrüstung und einer entsprechenden Einschulung, kann Sensen zum erholsamen und sinnvollen Ausgleichssport in der Natur werden. Bei zu geringer Schnitthöhe, ist das Sensen den Balkenmähern unterlegen. Jedoch kann die Schnitthöhe beim Sensen einfach angepasst werden. Zudem können ohnehin immer nur kleinere Bereiche einer Wiese mit der Sense gemäht werden, so dass sich Schäden selbst im ungünstigen Fall in Grenzen halten. Etwaige Nachteile werden durch das langsame und differenzierte Vorgehen bei der Mahd und die bessere Einsetzbarkeit auf feuchten Böden mit Sicherheit aufgewogen (Röbbelen. o.J.). Ähnliches gilt für den Einsatz der Motorsense. Dem Vorteil der höheren Leistungsfähigkeit steht hierbei der Nachteil des Energieeinsatzes, der Lärmentwicklung und bei Benzingeräten der Abgase gegenüber.


Das Abführen des Mähguts reduziert die Nährstoffanreicherung des Bodens und verhindert, dass sich schnell wachsende, konkurrenzstarke Pflanzenarten durchsetzen. Blütenreiche Bestände sollten möglichst bei bedecktem Himmel und kühlen Temperaturen gemäht werden, da dann weniger Blütenbesucher unterwegs sind. Die Mahd sollte von innen nach außen erfolgen. Dies ermöglicht mobilen Wildtieren während der Mahd die Flucht (z. B. Insekten, Rehen, Feldhasen). Die Mosaikmahd (Staffel-Mahd), bei der immer kleine Flächen ungemäht bleiben, ist zu empfehlen. Teilbereiche, die bei der Mahd ausgelassen und erst einige Tage bis wenige Wochen später oder erst bei der nächsten Mahd oder überjährig gemäht werden ("Schmetterlingsstreifen"), dienen dem Erhalt von Rückzugsflächen und erhöhen der Überlebenschancen der Tiere. Dadurch ist eine schnelle Rückbesiedelung der Tierarten auf der gesamten Fläche möglich.

Das Konzept der „Abgestuften Grünlandbewirtschaftung" (https://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/2021-abgestufter-wiesenbau.pdf) bietet Landwirt:innen die Möglichkeit, die ertragsbetonte Grünlandnutzung mit der Schaffung und Erhaltung der Artenvielfalt in Einklang zu bringen. Die Grünlandflächen eines Betriebes werden dabei in ertragsbetonte Flächen und in solche mit geringerer Bewirtschaftungsintensität differenziert. Auf dem ertragsbetonten Grünland wird möglichst hochwertiges und leistungsgerechtes Grundfutter gewonnen. Dieses Grünland hat ein hohes Potential für die Produktion von Eiweiß und kann damit dem Import von Eiweiß aus Übersee entgegenwirken. Das nutzungsreduzierte Grünland des Betriebes wird extensiv bewirtschaftet, hier kann sich eine standortgemäße Artenvielfalt entwickeln (Abfalter et al., 2021). Auch bei Anwendung dieses Konzeptes ist darauf zu achten, dass kleinflächige Lebensraummosaike erhalten bleiben, d.h. nicht großflächig alle Flächen gleichzeitig gemäht werden.


Vorteile der Mahd:

  • Fördert artenreiche Wiesen und konkurrenzschwache Pflanzenarten;
  • Verhindert übermäßige Nährstoffanreicherung im Boden;
  • Reduziert die Verbuschung und erhält die Offenlandschaft.

Nachteile der Mahd:

  • Hoher Arbeitsaufwand, insbesondere bei häufiger Mahd;
  • Damit verbunden zum Teil hohe Kosten für die Mahd und die Entsorgung des Schnittguts
  • Gefahr von Schädigungen an Insekten und Kleintieren durch unsachgemäße Mahd;
  • Verlust von Biomasse als natürliche Nährstoffquelle durch das Abführen des Schnittguts;
  • Eine mehr als zweimalige Mahd im Jahr beeinträchtigt den Insektenbestand stark.

Mulchen

Das gezielte Mulchen der Baumscheibe ist getrennt von der flächigen Bewirtschaftung des gesamten Unterwuchses zu betrachten. Mulchen ist berechtigt und sinnvoll, wenn es gezielt in kleinen Bereichen angewendet wird. Das flächige Mulchen über die gesamte Streuobstwiese hat überwiegend negative Effekte auf Fauna und Flora. Kleinlebewesen wie Insekten und deren Lebensräume werden zerstört, die Pflanzenvielfalt und der Blütenreichtum gehen zurück. In Regionen ohne hinreichende Verwertungsmöglichkeit für den Grasaufwuchs (mangels viehhaltender Betriebe oder energetischer Nutzung) ist flächiges Mulchen dennoch eine Option um das verbrachen der Streuobstwiesen zu verhindern. Auch für eine Kompostierung müsste das Gras unter der Baumkrone aufwändig abgefahren werden. Beim Mulchen entfällt die Abfuhr, dies spart Betriebsmittel und es ist keine bzw. weniger Düngerzufuhr für die Obstbäume notwendig.

Das Mulchen der Baumscheibe dient vorrangig dem Schutz der Baumwurzelzone, der Wasserspeicherung und der Nährstoffversorgung einzelner Bäume. Zusätzlich kann es helfen, mechanische Schäden durch Mähgeräte oder Weidetiere zu verhindern und die Konkurrenz durch Gräser um Wasser und Nährstoffe zu reduzieren. Auch sorgt eine regelmäßig gemulchte (gemähte) Baumscheibe dafür, dass Wühlmäuse weniger Versteckmöglichkeiten haben und von ihren „Feinden“ leichter erlegt werden können.

Stark verbrachte Streuobstwiese, die ohne Unterwuchspflege dem Untergang geweiht ist – Mulchen der Fläche kann hier eine (Not-)Lösung sein. © Christian Holler

Mulchen bezeichnet das Abdecken des Bodens mit organischem Material wie Gras, Stroh oder Holzhackschnitzeln. Ziel ist es, die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten, die Humusbildung zu fördern und Konkurrenzvegetation zu unterdrücken. Eine gut aufgebaute Mulchschicht reduziert zudem die Erosion und trägt langfristig zur Stabilisierung des Ökosystems bei. Darüber hinaus kann die Art des Mulchmaterials verschiedene Effekte auf den Boden haben. Holzmulch fördert eine langfristige Humusbildung, während Grasschnitt schneller zersetzt wird und kurzfristig Stickstoff freisetzt. Stroh wirkt isolierend und verringert die Verdunstung, was besonders in Trockenperioden von Vorteil ist.

Damit sich Streuobstbäume guten entwickeln, lanfristig vital bleiben und einen guten Obstertrag bringen, brauchen sie eine hinreichende Nährstoffversorgung/Düngung. Dies wird mit dem Mulchen unter den Baumkronen gewährleistet, denn das Mulchen führt die im Gras gebundenen Nährstoffe zu einem großen Teil zurück. Zudem wird der Boden darunter locker und feuchter gehalten, was der Vitalität der Bäume zu Gute kommt. Um dies zu erreichen, kann im unmittelbaren Baumbereich auch drei- bis viermal im Jahr mit dem Rasenmäher gemäht werden, sodass der Grasaufwuchs stark zerkleinert wird und sich schnell zersetzt und so Dünger für den Baum zur Verfügung steht.

Am Ende der Vegetationsperiode empfiehlt es sich, den Grasschnitt auf der Streuobstwiese zu verteilen, damit er Wühlmäusen keine Versteckmöglichkeit bietet.

Vorteile des Mulchens:

  • Erhöhte Bodenfeuchte durch reduzierte Verdunstung;
  • Förderung des Bodenlebens, insbesondere von Regenwürmern und Mikroorganismen;
  • Bereitstellung von Nährstoffen für die Obstbäume;
  • Schutz vor Bodenerosion und Temperaturregulierung des Bodens.

Nachteile des Mulchens:

  • Gefahr von Bodenverdichtung bei zu häufiger Anwendung;
  • Mögliche Förderung von Schneckenpopulationen;
  • Mulchen ist für Kleinlebewesen insbesondere für Schmetterlingsraupen, Heuschrecken und Laufkäfer verheerend;
  • Verarmung der Vegetation.

Beweidung

Bei der Beweidung nutzen Weidetiere wie Schafe, Ziegen oder Rinder den Unterwuchs als Futterquelle. Eine extensive Beweidung ist in der Regel vorteilhaft für den Erhalt der Wiesenvegetation, während eine zu hohe Besatzdichte zu Bodenverdichtung und Vegetationsschäden führen kann. Bei Beweidung ist ein Schutz für die Obstbäume notwendig. In Abhängigkeit von der Tierart muss dieser Schutz unterschieldich massiv sein. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass Jungbäume gut vor dem Weidevieh geschützt werden.

Weidegänse © Christian Holler

Die Auswirkungen der Beweidung hängen stark von der gewählten Tierart und der Besatzdichte ab. Schafe eignen sich besonders für eine gleichmäßige Beweidung und hinterlassen nur geringe Trittschäden. Ziegen hingegen fressen bevorzugt Gehölze und können dadurch junge Bäume schädigen. Rinder fördern durch ihre schweren Tritte die Bodenverdichtung, tragen jedoch durch ihre Hinterlassenschaften zur natürlichen Düngung bei. Eine extensive Beweidung mit einer Mischung aus verschiedenen Weidetieren wäre ideal, um eine artenreiche Vegetation zu erhalten.

Auch die Kombination von Mahd und Beweidung kann sinnvoll sein, z.B. Mahd und Abfuhr des ersten Schnitts und Nutzung des Folgeaufwuchses durch Beweidung. Auch eine herbstliche Nachweide auf Mähwiesen ist möglich.

Die Beweidung kann helfen, invasive Pflanzenarten zu reduzieren und die Vielfalt der Wiesenpflanzen zu erhalten. Eine unzureichend kontrollierte Beweidung kann jedoch zur Übernutzung führen, was sich negativ auf die Regeneration der Vegetation auswirkt. Eine Abstimmung der Beweidung auf die Witterung ist notwendig. Dies ist sowohl im Interesse der Tiergesundheit als der Schonung von Boden und Vegetation, d.h. keine Beweidung bei zu feuchten Bodenverhältnissen.

Bei Beweidung ist genauso wie bei der Mahd, die Abstimmung auf die jeweiligen Klima-, Vegetations- und Bodenverhältnisse notwendig.

Vorteile der Beweidung:

  • Natürliche Düngung durch Exkremente der Tiere;
  • Förderung der Bodenbiologie durch organischen Eintrag;
  • Erhaltung der Wiesenvegetation durch selektiven Verbiss.

Nachteile der Beweidung:

  • Gefahr von Trittschäden und Bodenverdichtung bei zu hoher Besatzdichte und Beweidung bei ungünstiger Witterung;
  • Mögliche Schädigung der Bäume durch Verbiss;
  • Hoher Kosten- und Arbeitsaufwand durch den notwendigen Verbiss-Schutz;
  • Risiko einer Überweidung und damit einhergehender Bodenerosion;
  • Negative Veränderung des Pflanzenbestandes bei zu hohen Besatzdichten und Überweidung.

Vergleich der Methoden

Die folgende Tabelle stellt die Unterschiede der Methoden übersichtlich dar:

Methode Biodiversität Bodenfruchtbarkeit Wasserhaushalt Arbeitsaufwand
Mulchen Niedrig Hoch Hoch Mittel
Mähen & Abführen Hoch Mittel Mittel Hoch
Beweidung Hoch Hoch Mittel Hoch

Klima- und Umweltrelevanz

Die Wahl der Bewirtschaftungsmethode hat direkte Auswirkungen auf die Klimaanpassungsfähigkeit der Streuobstwiesen. Studien zeigen beispielsweise, dass in Süddeutschland extensiv bewirtschaftete Streuobstwiesen eine höhere Wasserspeicherung und bessere CO₂-Bindung aufweisen als intensiv genutzte Flächen. Eine extensive Bewirtschaftung mit Mulchen oder Beweidung trägt zur Speicherung von CO₂ im Boden bei und verbessert die Humusbildung. Übermäßige Mahd oder intensive Beweidung können hingegen die Bodengesundheit und Wasserspeicherung negativ beeinflussen.

Forschungsbedarf

Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die langfristigen Effekte der Bewirtschaftungsmethoden besser zu verstehen.

Studien zeigen beispielsweise, dass Mulchen zwar die Bodenfruchtbarkeit verbessert, jedoch gleichzeitig zu einer Reduktion bestimmter Insektenarten wie Laufkäfern und Heuschrecken führen kann.

Ebenso ist der Einfluss der Beweidung stark von der gewählten Tierart abhängig: Während Schafe positive Effekte auf die Vegetationsstruktur haben können, verursachen Ziegen und Pferde erhebliche Schäden an Baumrinden, wenn nicht ein sehr guter Baumschutz angebracht wurde. Rinder können durch Trittschäden die Bodenverdichtung fördern.

Auch die Auswirkungen intensiver Mahd sind noch nicht vollständig erforscht. Während eine zu häufige Mahd die Artenvielfalt reduziert, kann eine vollständige Brache ebenso negative Effekte auf Wiesenarten haben. Daher sind Langzeitstudien erforderlich, um die optimale Kombination dieser Methoden für unterschiedliche Standortbedingungen zu bestimmen.

Insbesondere fehlen Untersuchungen zur Wechselwirkung zwischen Mulchmaterialien und Bodenmikrobiologie, zur optimalen Kombination von Mahd und Beweidung sowie zur Resilienz der Bodenfruchtbarkeit unter veränderten Klimabedingungen.

Zudem ist unzureichend erforscht, inwiefern unterschiedliche Bewirtschaftungsformen die Kohlenstoffspeicherung im Boden beeinflussen.

Einzelnachweis

  • Abfalter, A., Breuer, M., Frühwirth, P., Rudlstorfer, S., Uhl, H., & Drapela, T. (2021). Nachhaltige Grünlandbewirtschaftung durch abgestuften Wiesenbau: Leitfaden für eine abgestufte Grünlandbewirtschaftung am eigenen Betrieb. ARGE abgestufter Wiesenbau.
  • ARGE Streuobst. (2017). Streuobstdefinition für Österreich. Besseres Obst, 10/11, Fachorgan des Österreichischen Bundes-Obstbauverbandes. Österreichischer Agrarverlag.
  • Dierschke, H., & Briemle, G. (2002). Kulturgrasland: Ökosysteme Mitteleuropas aus geobotanischer Sicht. Ulmer Verlag.
  • DivMoSt. (2025). BioDiversitätsMonitoring von Streuobstflächen: Methoden zur bundesweiten Verortung von Streuobstflächen und Erfassung der Biodiversität von Indikatororganismen zur Ergänzung etablierter Biodiversitätsmonitorings in Österreich [Endbericht zum Forschungsprojekt, finanziert im Rahmen des Biodiversitätsfonds].
  • Gorthner, A. (2021). Insektenfreundliche Grünlandpflege (Version 2021/1) [PDF]. Metzingen.
  • Haug, A.L. (2023). Bodenwasservorräte erhöhen und Trockenphasen überbrücken.Besseres Obst, 01, 19-22.
  • Holler, C., & Hausmann, K. (2025). Erhebung und Bewertung der Streuobstwiesen im Naturpark Rosalia-Kogelberg. Studie im Auftrag des Naturparks Rosalia-Kogelberg.
  • Holler, Ch. & Schlögl, G (2024). Weiterentwicklung Naturjuwel Noplerberg-Biri. Grundlagen für die Biotoppflege im Landschaftsschutzgebiet „Biri – Noplerberg Stoob“ und für im Nahbereich liegende Wiesenflächen. Studie im Auftrag der Marktgemeinde Stoob.
  • Leitner, M., C. Sacher, E. Sanglhuber, N. Schnetzer & S. Weiss (2011): Lebendiger Noplerberg „Biri“ - Ergebnisse zur Vegetation des Offenlandes und der Landschaftselemente ‐ Vorschläge für eine zukünftige Bewirtschaftung.- Studie i. A. von Marktgemeinde und Obstbauverein Stoob.
  • Röbbelen, F. (o.J.). Mahd und Tagfalter: eine Übersicht.Fachgruppe Entomologie NABU Hamburg.
  • Roos, B. (2023). Nährstoffversorgung im Streuobstbau [Vortrag, 11. Juli 2023, Veitshöchheim]. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.
  • Schliebner, S., Decker, P., & Schlitt, M. (2023). Streuobstwiesen im Klimawandel – Ein Leitfaden. Oberlausitz‑Stiftung
  • Van de Poel, D., & Zehm, A. (2014). Die Wirkung des Mähens auf die Fauna der Wiesen – Eine Literaturauswertung für den Naturschutz.Anliegen Natur, 36(2), 36–51.
  • Weiss, S. (2019). Vegetationsökologische Kartierung: Streuobstwiesenerhaltung in der Mürztaler Streuobstregion. Studie i.A.d. ARGE Mürztaler Herzimpulse, Kindberg.
  • Zehnder, M. & F. Weller (2021). Streuobstbau Obstwiesen erleben und erhalten. Ulmer Verlag.